Komponist

Ralph Symann (*1974) stammt aus einer Familie, in der die intensive und aktive Beschäftigung mit Musik seit Generationen einen hohen Stellenwert hat. Er erhielt früh Unterricht am Klavier, später zusätzlich an Oboe und Kirchenorgel. Neben den Impulsen aus Unterricht, Schulorchester und Konzertbesuchen bietet aber vor allem die üppige häusliche Sammlung von Tonträgern und Noten aus Klassik, Rock/POP, Jazz u.a. das faszinierende „multikulturelle Milieu“, das ihn zur selbständigen Auseinandersetzung mit der breiten Palette verschiedenster Genres und Stile anregt.

Beim Hören sowie bei der aktiven Ausübung von Musik, bei Analyse und Vergleich, kristallisieren sich während der Schulzeit deutliche Vorlieben heraus: alle Klassiker – und speziell Beethoven – auf der einen, Rockmusik – und speziell die Beatles – auf der anderen Seite. Die Vorliebe für Rockmusik führt ihn während des Zivildienstes ans Keyboard einer Rockband.

Diese Affinität zur Rockmusik, und damit zur Unterhaltungsbranche, hat wahrscheinlich auch die Kunstauffassung beeinflusst, die er zur gleichen Zeit entwickelt, und die er bis heute vertritt: Als Voraussetzung einer erfolgreichen Kommunikation müssen sich Künstler und Publikum in ihren Vorlieben bei einer bestimmten Schnittmenge treffen.
Daher ist das Auditorium, an das Ralph Symann beim Komponieren denkt, einig mit ihm in der bleibenden Wertschätzung der traditionellen Tonsprache. Zuhörer mit ganz anderen Auffassungen und Interessen werden wohl eher bei Komponisten eines anderen Genres fündig.

Ralph Symanns Liebe zur Klassik erweitert sich zum Ende der Schulzeit in das generelle Interesse an funktions-harmonischer und formal in den klassischen Strukturen geschriebener Musik. Diese Kategorie umfasst stilübergreifend Musik von – z.B. – Schubert und Sousa, den Haydns, den Bachs, den Mozarts, Vivaldi und den „Sträußen„.
Folgerichtig komponiert er dann auch selbst in der traditionellen – “klassischen” – Tonsprache, denn die Strukturen dieser Musik, insbesondere die Dur-Moll-Tonalität, sind Basis seiner musikalisch-künstlerischen Identität geworden.

Nach Abitur und Zivildienst beginnt Symann die autodidaktische Ausbildung zum Komponisten. In intensiver musikwissenschaftlicher Arbeit erwirbt er die notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten aus moderner und historischer Fachliteratur und bildet sich weiter aus durch die vertiefte Analyse der Kompositionen seiner Vorbilder.
Dieser diachrone und synchrone Blick auf Jahrhunderte der Komposition wirkt sich naturgemäß auch auf sein eigenes Schaffen aus: Er nutzt die Vielfalt unterschiedlichster Stilrichtungen, spielt mit Form und Architektur, ist variabel in der Satztechnik. Nie aber durchbricht er die Prinzipien der klassischen Formenlehre und Funktionsharmonik.
Ziel seiner Arbeit auf dieser Basis ist ein in sich geschlossenes, “selbstverständliches” Kunstwerk, das seinem Publikum gefällt und auch dem Fachmann Freude machen kann.